Vom Rennpferd zum Freizeitpartner

Meine persönlichen Erfahrungen, sowohl mit unseren eigenen als auch mit "fremden" englischen Vollblütern haben in mir eine Faszination und Leidenschaft für diese Pferderasse entfacht, welche derjenigen zum American Quarter Horse in Nichts nachsteht! Diese Pferde sind so sensibel, feinfühlig, liebenswert und gleichzeitig so intelligent und vielseitig, dass die Arbeit und Beziehung mit ihnen einfach jeden Tag aufs Neue wieder total spannend und begeisternd ist!

 

Durch meine Arbeit in der Pferdeklinik, wie auch durch die Beziehungen, die sich durch den Kauf unserer beiden Vollblüter entwickelt haben, bin ich mit der Pferderennszene in Berührung gekommen und durfte vieles über diese tollen Pferde aber auch über deren «Job» als Rennpferde und allem was damit verbunden ist, lernen. Wie in jeder Sportart gibt es auch im Pferderennsport leider nicht nur Positives. Einer der Punkte, die mich sehr beschäftigen ist die Tatsache, dass vielen Rennpferde, nach ihrer Karriere auf der Bahn, ein ungewisses Dasein droht. Rennpferde sind Hochleistungssportler, sie sind auf Leistung gepusht, strotzen vor Adrenalin und kennen in der Regel kaum eine solide Grundausbildung! Gepaart mit ihrem hochsensiblen Charakter kann diese Mischung in einem späteren Leben als «Freizeitpferd» für Probleme sorgen.

 

Probleme, die dann entstehen können, wenn man mit zu wenig Verständnis und Erfahrung an ein solches Pferd gerät und zu viel oder Falsches von ihm erwartet. Vollblüter, welche direkt vom Rennstall kommen, sind im Umgang oftmals einem rohen Jungpferd gleichzustellen. Simple Dinge wie Anbinden, Verladen oder Beschlagen können für einen Vollblüter bereits eine Herausforderung darstellen – ganz einfach weil er sie nicht kennt! Um aus einem ehemaligen Rennpferd einen verlässlichen Freizeitpartner zu machen, erfordert es eine solide Grundausbildung sowie eine sanfte, aber konsequente Umschulung und Ausbildung. Danach stehen einem dafür mit einem Vollblüter alle Wege offen, sind diese Pferde doch unglaublich vielseitig!

 

Lässt man diesen Schritt aus, kann es passieren, dass aus dem Vollblüter ein «Problempferd» wird und sowohl Pferd wie auch Reiter am Schluss anstatt Freude und Spass, Frust und Angst erleben. Aus diesem Grund eilt den Vollblütern leider auch oftmals ein schlechter Ruf voraus und es ist schwierig, sie an einen guten Ort zu vermitteln.

 

Allein in der Schweiz suchen immer wieder unzählige Vollblüter einen Platz für ihre Zeit nach der Rennkarriere und solche Plätze sind schwer zu finden. Obwohl – oder vielleicht eben gerade WEIL – ein solches Pferd in der Regel relativ günstig zu erwerben ist, passiert es vermutlich zu oft, dass es dann in unerfahrene Hände gelangt. 

 

Um diesem «Elend» ein wenig entgegenzuwirken, möchte ich es mir zur Aufgabe machen, ehemalige Rennpferde zu verlässlichen Freizeitpferden auszubilden. Meine persönlichen Erfahrungen dahingehend, waren so durchwegs positiv und die Arbeit mit diesen Pferden bereitet mir so viel Freude, dass ich mir kaum eine schönere, dankbarere Aufgabe vorstellen kann. Auch glaube ich, dass meine Erfahrung im «Westernreiten» und «Horsemanship» mir für die Ausbildung oder Umschulung von Rennpferden sehr nützlich ist, bin ich doch überzeugt, dass diese lockere, entspannte Reitweise aber auch das richtige Verständnis für das Pferd, von einem gestressten Rennpferd sehr dankbar angenommen wird. Zumindest meine bisherigen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass diese Ausbildungsart von meinen Schützlingen dankbar angenommen wurde und sie in kurzer Zeit runterfahren liess, was auf dem Weg zum entspannten und verlässlichen Freizeitpferd absolut unerlässlich ist.



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